Den Stürmen des letzten Herbstes fielen einige unserer alten Apfelbäume zum Opfer. Grund genug endlich neue Bäume zu pflanzen. Nicht nur in den Herbstmonaten, sondern auch im Frühling kannst du Obstbäume pflanzen. Die Monate März und April sind ideal für wärmeliebende Aprikosen- oder Pfirsichbäumchen. Wir fanden eine Baumschule die uns nicht nur gut berät, sondern auch alte Sorten anbietet. Mit der Baumschule Fischer in Eberswalde suchten wir 11 Apfelbäume angepasst an unsere Bodenverhältnisse und Wetterbedingungen aus, wie z.B. den Danziger Kantapfel, die Biesterfelder Renette oder Jakob Fischer. Zwei Birnenbäume und einen Pflaumenbaum haben wir auch gleich mitgenommen 😉

Was beim Pflanzen von Obstbäumen im Frühling wichtig ist

Die Beschaffenheit des Bodens ist von essenzieller Bedeutung für ein prächtiges Gedeihen eines Obstbaumes. Idealerweise liegt der pH-Wert bei 6 bzw. 6,5. Ist der Boden zu sauer, kannst du mit Kalk oder Magnesium-Kalk für einen Ausgleich sorgen. Einen zu sandigen Boden kannst du mit Bentonit oder Humus optimieren. Steinige und tonreiche Böden müssen gründlich aufgelockert werden, ehe man den Baum einpflanzt. 085 AuvaLockere mit einem PKS-Kupfer-Spaten den Untergrund des Pflanzloches gut auf, damit sich im Wurzelbereich kein Wasser stauen und zu Fäulnis führen kann. Den Spaten findest du HIER.

In keinem Fall solltest du beim Einpflanzen Mist oder Dünger verwenden. Das verlangsamt das Wachstum der Wurzeln. Besser geeignet ist guter Kompost. Unsere Bäume wurden bereits in der Baumschule mit einem Pflanzschnitt versehen. Ansonsten solltest du die Triebe um rund ein Drittel kürzen, damit der Wasserverbrauch nicht zu hoch wird. Entferne mit einer scharfen Schere beschädigte oder abgestorbene Pflanzenteile.

Wichtig: Handelt es sich um einen Hochstamm-Obstbaum, der in einigen Jahren sehr groß sein wird, muss ein ausreichend großer Abstand zum benachbarten Grundstück sowie zu Gebäuden berücksichtigt werden. Prüfe auch die Ausrichtung bzw. den Schattenwurf, ehe du dich für einen Standort entscheidest.

Schritt für Schritt: So pflanzt man einen Obstbaum richtig ein

Das Einpflanzen eines Obstbaums im Frühjahr darf immer erst dann erfolgen, wenn es keinen Bodenfrost mehr gibt und die Wetterlage stabil ist. Stell den Baum vor dem Einpflanzen für einige Stunden ins Wasser, damit er bereits gut mit Feuchtigkeit versorgt wird. Baum_ErdeAnschließend hebst du das Pflanzloch aus, welches viermal so groß wie der Wurzelballen deines Bäumchens sein darf und so auch für noch nicht vorhandene Wurzeln genügend Platz bietet. Ideal ist es, wenn du zusätzlich die Erde unter dem Wurzelballen mit einigen Spatenumwürfen auflockerst.

Nun wird knapp neben der Mitte der ausgehobenen Grube ein Stützpfahl eingeschlagen, der später etwa 10 bis 15 cm vom Stamm entfernt stehen sollte. Die Länge des Stützpfahls hängt von der Art und Form des Baums ab. Handelt es sich um Hoch- und Halbstämme, sollte der Pfahl rund 10 cm unter dem Beginn der Baumkrone enden. Busch- und Spindelbäume benötigen dagegen einen Stützpfahl, der bis in die Krone ragt, weil er die Stabilität des Baums fördert.

Jetzt ist der Baum bereit, um in das Pflanzloch gestellt zu werden: Stell ihn gerade neben den Pfahl und füll dann die Erde wieder ein. Zwischendurch solltest du ihn behutsam etwas rütteln, damit die Erde sich setzen kann. In keinem Fall dürfen sich im Bereich der Wurzeln noch Hohlräume befinden, da sich hier leichter Wasser ansammeln kann. Sobald der Baum steht, wird die Erde vorsichtig angetreten. Forme nun am Rand der Pflanzgrube entlang mit der Erde einen Gießrand und fülle die so entstandene Mulde rund um den Baum ordentlich mit Wasser.

Wenn der Baum dabei noch etwas absinkt, sollte er wieder vorsichtig nach oben gezogen werden. Grundsätzlich sollte ein Baum immer so tief gepflanzt werden, wie es bereits in der Baumschule der Fall war. Das lässt sich meist gut an der Rinde oder an einer entsprechenden Markierung erkennen.

Damit der zarte Baum durch Wind und Wetter nicht umkippen kann, befestigst du ihn am besten mit einer Achterschlinge am Stützpfahl. Hierfür empfehlen sich stabile Schnüre aus Gummi oder Kokosstrick. In keinem Fall darf der Baum bei Wind wackeln – dies kann dazu führen, dass das noch schwach ausgebildete Wurzelwerk reißt.

Um das gesunde Gedeihen des Obstbaumes zu fördern, ist es ratsam, die Baumscheibe zusätzlich zu schützen. Dabei handelt es sich um den Bereich rund um den Stamm auf der Erde, unter dem das Wurzelwerk liegt. Diese Fläche kannst du mit etwas Rindenmulch oder Kokos abdecken. Auf diese Weise verhinderst du nicht nur effektiv den Wildkrautwuchs, sondern optimiert auch das Bodenklima. Außerdem kann so das Wasser in der Erde nicht so schnell verdunsten. Wir haben unsere Bäume zusätzlich mit Bastmatten und einem Wildzaun vor den hungrigen Mäulern unserer Tiere im Obstgarten geschützt. Gerade im Winter, wenn die Wiesen kurz sind, knabbern sie gern an jungen Obststämmchen herum.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Aussuchen und Pflanzen deiner Bäume.

 

Foto: Tom Schweers