Dem Feldhamster und Rebhuhn geht es übrigens nicht besser. Weizen und Mais soweit das Auge reicht – von Vielfalt keine Spur. Aber kommen wir zurück zum Igel. Der Igel findet sein Bett für den Winterschlaf nicht. Obendrein knurrt sein Magen, denn vegan oder vegetarisch fressen mag er nicht.

Der Rasen wird vor dem Winter kurz geschnitten, die bunten Blätter werden abgeharkt und in die Biotonne oder auf dem Wertstoffhof entsorgt. Abgestorbene Äste, die welke Fetthenne, Tomaten – alles wird brav beseitigt, glatt geharkt und aufgeräumt. Für einen Igel sieht ein solcher Garten aus wie für uns die Sahara. Er findet keinen Unterschlupf. Selbst wenn er einen Unterschlupf fände – viele Igel gehen hungrig ins Bett.

Igel ernähren sich von Insekten. Doch wovon satt werden, wenn es in unseren Gärten, auf Wiesen und in den Wäldern immer weniger krabbelt und summt? Vor zwei Jahren scheuchte uns die Krefelder Studie mit ihren erschütternden Ergebnissen auf: Die Zahl der Insekten ist um mehr als drei Viertel geschrumpft, und das innerhalb von 27 Jahren.

Und was haben wir seit 2017 unternommen? Wer säht im Frühjahr Blühstreifen? Wer verzichtet auf Glyphosat? Wer lässt im Herbst totes Holz, Laubhaufen, Fallobst und welke Pflanzenreste einfach liegen – am besten bis in den März hinein? Wir naturnahen Gärtner natürlich; und einige Landwirte und Kommunen, die den Ernst der Lage erkannt haben. Und es ist uns scheißegal, was der Nachbar über unseren Garten denkt.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

Solltest du einen Igel finden und nicht sicher sein, ob er Hilfe braucht, habe ich hier eine kleine Checkliste für Dich:

  • Er ist verletzt.
  • Er ist zu dünn und wiegt im November weniger als 500 g.
  • Er ist zu jung, hat geschlossene Ohren und Augen und ist ohne Mutter unterwegs.
  • Er ist eindeutig krank, torkelt, ist teilnahmslos oder von Maden befallen.
  • Er ist nach Wintereinbruch unterwegs – also bei geschlossener Schneedecke beziehungsweise Dauerfrost.

Solltest Du einen Igel finden, auf den einen der Punkte zutrifft, wende dich bitte an einen Tierarzt oder Tierschutzverein. Igel, die zum Überwintern Hilfe brauchen, sind in erfahrenen Händen am besten aufgehoben. Alle anderen kommen ohne uns wunderbar zurecht.

Bleibt mir nur noch zu sagen: Schlaf gut, lieber Igel! Lege die Hände in den Schoß, lieber Gärtner!

von Yvonne Woloschyn
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